Die Ziele der Schächtung am Aid

Das Ritual des KURBAN wurde im zweiten Jahr der Hijra eingeführt. Dieses Ritual besteht aus der Schächtung eines Schafes, einer Ziege, eines Rindes oder eines Kamels während der Tage der Aid al-Adha.

Es wird an die Geste von Ibrahim a.s. gedacht, der ein Bock anstatt seines geliebten Sohnes, der entschlossen war ihn zu opfern, um seine Vision, die er hatte, zu realisieren.

 

Dieses Ritual feiert die völlige Hingabe durch eine Reihe von Prüfungen des Propheten Ibrahim a.s., die mit dem Akt der Opferung seinen Höhenpunkt erreicht. Es symbolisiert darüber hinaus die universelle Dimension der muslimischen Religion, die sich in der historischen und spirituellen Fortsetzung der vorherigen Offenbarungen einfügt.

 

Um diesen göttlichen Befehl genau auszuführen ist es für uns Muslime wichtig den Sinn zu verstehen. Das Verständnis darüber erlaubt den Gläubigen in der Tat die Ausführung des göttlichen Befehls mit vollem Bewusstsein, die dieser enthält. Der Geist der Hingabe wird gestärkt. Man kann die einzige „Unterwerfung“ mit einem Gebot übertreffen, das man in einer mechanischen oder traditionellen Weise ausführt, um sich der Verehrung des Herzens und des Geistes bewusst wird, die dieses Ritual in sich birgt.

Wir wissen, dass die erreichten, guten Taten während der ersten zehn Tage von Dhul- al Hija, die Tage der Pilgerfahrt, verdienstvoller sind, als all die anderen Tage des Jahres, auch Ramadan inbegriffen. Während dieser Tage wird der Gläubige ermutigt zu fasten. Wenn er die Absicht hat zu schächten, dann ist ihm das Rasieren und das Schneiden der Haare und Nägel untersagt.

Er erlebt folglich einige symptomatische Effekte von Angstzuständen wie es Ibrahim a.s.in den nachfolgenden Tagen seiner Vision erlebt hatte, wie auch der Pilger einige Momente des Lebens von Ibrahim a.s und seiner Familie gedenkt, als er die Tawaf, die Sa‘y oder die Rami während der Rituale der Pilgerfahrt ausgeführt.

Der Muslim muss danach eines der schönsten Tiere aussuchen und sich nicht zum Minderwertigsten hindrehen, da sonst das Risiko besteht, dass seine Opfergabe nicht akzeptiert wird.

Während vieler Jahrhunderte wurde das Vieh für die meisten Menschen eine wichtige Kapitalanlage, wie es auch heutzutage in vielen Regionen der Welt der Fall ist. Auch wenn man kein Vieh besitzt, wie es unser Fall hier ist, muss man es dennoch kaufen, was relativ kostspielig ist. Das Ziel ist also das Herz von materiellem Besitz zu lösen, um eine spirituelle Pflicht zu vollziehen.
Zahlreiche prophetische Traditionen zeigen uns ausserdem mit welcher Aufmerksamkeit der Muslim während der Schächtung vorgehen muss, damit das Tier das geringste Leid erfährt auch psychologisch gesehen. Die simple Tatsache ein Tier zu ängstigen ist strengstens verboten. Also was ist dann erst zu sagen, wenn das Tier vor der Schlachtung misshandelt wird! Ausserdem führt das Nicht-respektieren der Regeln der Schlachtung meistens zur Annullation des Aktes und verliert all seinen Verdienst.
Das Ritual des Kurban muss uns folglich an den hohen Respekt gegenüber allen Kreaturen erinnern, sei es Mensch oder Tier und prinzipiell gegenüber der ganzen Schöpfung Gottes. Der Gläubige heiligt das, um Gott zu dienen und respektiert gleichzeitig alle Menschen jeglicher Herkunft, alle Tiere und die Umwelt im Allgemeinen.
Das Ritual des KURBAN hat auch als Ziel, Arme und Bedürftige zu ernähren, welche manchmal während Monate keine Möglichkeit haben Fleisch zu essen. Es handelt sich daher auch darum die Werte der Solidarität zu preisen, um Nächstenliebe und dem Teilen mit anderen.

Gott sagt im Koran:

„und in einer bestimmten Anzahl von Tagen (beim Schlachten) den Namen Allahs über jedem Stück Vieh aussprechen, das er ihnen beschert hat. – Esst (selber) davon, und gebt (auch) dem Notleidenden und Armen (davon) zu essen!“ (22;28).
„Und wenn sie (tot) umgesunken sind, dann esst (selber) davon und gebt (auch) dem Genügsamen und dem Bittenden zu essen! So haben wir sie euch dienstbar gemacht. Vielleicht würdet ihr dankbar sein.“ (22;36)

Im Gegenzug wird die Verschwendung und das Übermass in unserer Religion verabscheut und in keinem Fall ist der Kurban ein Anlass für diesen Missbrauch, welches sonst als Sünden betrachtet wird.
Erinnern wir uns zum Schluss, dass die prophetische Tradition uns ermutigt zwei Opfergaben zu realisieren:


Aisha (ra) berichtet, dass der Prophet (saws) im Allgemeinen für die Opfergabe zwei grosse Schafe gehörnt und gesund reservierte (…), er opferte den Ersten für seine Familie und den Zweiten für (die Armen) seine Gemeinde (Ibn Majah). Anas Ibn Malik, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete: „Der Prophet, Allahs Segen und Heil auf ihm, opferte gewöhnlich zwei Schafsböcke und ich opfere ebenfalls zwei Schafsböcke.“

Die zweite Opfergabe, die der Prophet (saws) im Namen der Bedürftigen pflegte, erinnert uns an das fundamentale Prinzip der Brüderlichkeit, das sich jenseits der sozialen und nationalen Barrieren ausdrückt.
Viele der heutigen Ärzte bestehen darauf selbst die Schächtung vorzunehmen, um das Ziel des Gedenkens an den Akt von Ibrahim a.s. zu realisieren. Obwohl beides machbar ist, die Schächtung selbst vorzunehmen, ist besser als an Andere zu delegieren, auch wenn dies erlaubt und verdienstvoll ist.

Dennoch müssen wir uns in diesem Zusammenhang Fragen stellen, da die juristischen Meinungen (Fatwas) von einer Epoche zur Nächsten, von einem Ort zum anderen und von einem Kontext zum Nächsten varieren.
Die Erfahrung zeigt, dass hier in der Schweiz und in den anliegenden Ländern, wir die Tendenz haben Fleisch im Übermass zu konsumieren, was für den Organismus nicht gesund ist. Es erweist sich zudem als schwierig Fleisch mit Familien zu teilen, die in echter Not sind zu finden und welche von keiner anderen Unterstützung profitieren.

Falls wir eine Familie finden, sind wir meist viele, die ihnen am selben Tag Fleisch schenken möchten, die dann nicht in der Lage sind es zu konsumieren oder aufzubewahren. Während dieser Zeit haben Millionen von Menschen in Afrika, im Jemen, in Syrien, in Gaza, in Bangladesch und in den Flüchtlingslagern seit vielen Monaten kein Fleisch gegessen.

Was verlangt unser Glauben von uns?

Gott sagt im Koran : „ Weder ihr Fleisch noch ihr Blut werden Allah erreichen, aber Ihn erreicht die Gottesfurcht von euch. (22;37)

Schlussfolgerung
Die Erfüllung des jährlichen Opferrituals oder jedes zweite oder dritte Jahr für diejenigen, die dazu in der Lage sind, ist eine sehr stark empfohlene Sunna, die man nicht vernachlässigen sollte. Darüber hinaus sehen wir, dass die Tatsache in den ärmsten Regionen der Erde Opfertiere zu spenden als sehr wichtig an, da es uns erlaubt die Hauptziele dieses Rituals zu realisieren.

Seit 1984 verwirklicht Islamic Relief für Sie Ihre Opferspenden in über 35 Ländern der Welt. Unsere aktiven Teams haben für Sie einige Wochen im Voraus die besten Tiere ausgesucht, die den islamischen Kriterien entsprechen. Die Schächtungen werden dann im Namen unserer Spender entsprechend den islamischen Regeln am Tage des Aids realisiert : nach dem Gebet, dann von morgens bis abends und während der 3 Tage des tachriq.
Die Pakete werden umgehend an die bedürftigen Familien verteilt.

Schlussendlich, falls Sie nicht ein ganzes Opfer spenden können, werden wir wie jedes Jahr eine Opferkasse / Kurbankasse einrichten, welches Ihnen ermöglicht soviel zu spenden wie Sie wollen.

Die gesammelten Spenden dieses Fonds ermöglichen uns jedes Jahr Fleischpakete an Tausende von Familien zu schenken.

Gemeinsam wiederholen wir die Sunna des Teilens im KURBAN !