Am 2. März 2026 hat sich die humanitäre Lage im Libanon nach einer Intensivierung der Luftangriffe in mehreren Regionen des Landes deutlich verschlechtert.
Die Teams von Islamic Relief vor Ort berichten von einem raschen Anstieg der humanitären Bedürfnisse, während Tausende Familien ihre Häuser verlassen, um den Bombardierungen zu entkommen.
Vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen im Nahen Osten hat sich die Situation im Libanon stark verschärft – mit zivilen Opfern, zerstörter Infrastruktur und massiven Vertreibungen der Bevölkerung.
Am 2. März 2026 trafen heftige Luftangriffe mehrere Regionen des Landes, darunter:
– den Süden des Libanon
– Nabatieh
– Beirut
– die Bekaa
– Baalbek-El Hermel
– den Mount Lebanon
– Akkar
Nach den verfügbaren Informationen gehören diese Angriffe zu den umfangreichsten seit 2024 und haben besonders schwere Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung.
Eine hohe Zahl ziviler Opfer
Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden mindestens:
– 634 Zivilpersonen getötet (Stand: 12.03.2026)
– mehr als 1586 Menschen verletzt
– Mehr als 800.000 Menschen wurden vertrieben.
Die Zahl der Opfer könnte weiter steigen, während die Rettungsarbeiten fortgesetzt werden.
Krankenhäuser durch den Zustrom an Verletzten überlastet
In den betroffenen Gebieten stehen Gesundheitseinrichtungen vor einem starken Zustrom an Verletzten.
Medizinische Teams müssen unter schwierigen Bedingungen arbeiten, da es an Medikamenten, medizinischem Material und Treibstoff für Generatoren mangelt.
Diese Situation belastet ein Gesundheitssystem zusätzlich, das bereits stark unter Druck steht.
Mehr als 30 000 Menschen innerhalb von 24 Stunden vertrieben
Die Eskalation der Gewalt hat eine neue Welle interner Vertreibungen ausgelöst.
Innerhalb von nur 24 Stunden wurden mehr als 30 000 Menschen gezwungen, ihre Häuser zu verlassen, um in sichereren Gebieten Schutz zu suchen.
Insgesamt sind heute mehr als 90 000 Menschen im Libanon vertrieben, darunter 62 000 Personen, die bereits vor dieser jüngsten Eskalation vertrieben waren.
Notunterkünfte bereits überfüllt
Um auf die Notlage zu reagieren, haben Gemeinden 142 temporäre Notunterkünfte eingerichtet, hauptsächlich in öffentlichen Schulen.
Viele dieser Unterkünfte sind bereits voll ausgelastet, während weiterhin neue vertriebene Familien eintreffen.
Familien zur Flucht gezwungen
Nach Angaben der Teams von Islamic Relief ist die Situation vor Ort von weit verbreiteter Panik und massiven Vertreibungen geprägt.
Tausende Familien verlassen den Süden des Libanon, um in nördlichere Regionen zu gelangen, insbesondere in Richtung Beirut.
Die Strassen sind von Fahrzeugen überfüllt, in denen Familien vor den Bombardierungen fliehen. Berichten zufolge können Fahrten von nur 50 Kilometern bis zu sechs oder sieben Stunden dauern.
Viele Familien haben keinen sicheren Ort, an den sie gehen können, und suchen Schutz in Schulen, die zu Notunterkünften umfunktioniert wurden.
Eine humanitäre Krise, verschärft durch Ernährungsunsicherheit
Bereits vor der aktuellen Eskalation befand sich die libanesische Bevölkerung in einer fragilen humanitären Lage.
Laut dem Welternährungsprogramm (WFP) litten im Januar 2025 rund 30 % der Bevölkerung unter akuter Ernährungsunsicherheit.
Die massiven Vertreibungen und Zerstörungen könnten die Verwundbarkeit vieler Familien weiter verschärfen.
Die humanitäre Hilfe von Islamic Relief im Libanon
Die Teams von Islamic Relief im Libanon sind mobilisiert, um auf die dringendsten Bedürfnisse der betroffenen Bevölkerung zu reagieren.
Die Organisation plant, ihre Hilfe auszuweiten, um vertriebene Familien mit lebenswichtiger Unterstützung zu versorgen, darunter:
– verzehrfertige Mahlzeiten
– lebenswichtige Lebensmittel
– Trinkwasser
– Hygienekits
– Notunterkünfte
– Massnahmen im Bereich Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH)
Islamic Relief koordiniert seine Aktivitäten mit lokalen Behörden, UN-Agenturen und anderen humanitären Organisationen, um eine wirksame Hilfe sicherzustellen.
Eine weiterhin unsichere Sicherheitslage
Trotz des im November 2024 angekündigten Waffenstillstands werden weiterhin Luftangriffe und Sicherheitsvorfälle im Süden des Libanon und in Grenzgebieten gemeldet.
Mehrere Dörfer wurden in den letzten Tagen getroffen, was zu folgenden Auswirkungen führte:
– Verletzte unter der Bevölkerung
– Zerstörung von Wohnhäusern
– neue Vertreibungen
Viele Familien können aufgrund der anhaltenden Unsicherheit weiterhin nicht in ihre Häuser zurückkehren.
Die Vereinten Nationen und lokale Behörden haben zudem ihre Besorgnis über wiederholte Verletzungen des Waffenstillstands und deren Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung sowie auf den humanitären Zugang geäussert.
Helfen Sie den betroffenen Familien im Libanon
Tausende Familien haben ihr Zuhause, ihr Eigentum und den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen verloren.
Ihre Unterstützung kann dazu beitragen, Nahrung, Wasser, Hygienekits und Nothilfe für vertriebene Menschen bereitzustellen.