Das Fasten im Ramadan

Die Vorzüge des Fastens zu verteidigen, bleibt immer noch eine heikle Aufgabe in einem Land, welches kulinarische Traditionen wie Fondue, Rösti oder gegrillte Würste hat. Wir sind es uns gewohnt „ gut zu essen, um Kräfte zu sammeln“, das ist in uns verankert. Die negativen Vorurteile und die falschen Vorstellungen über das Fasten halten an. Wenn auch eine gute Anzahl an Medizinern und Therapeuten sich über die Vorzüge des Fastens einig sind, sie aber zu fragen, das Fasten als präventive oder heilende Weise zu betrachten, ist eine andere Sache….

 

Fastenmonat Ramadan, was ist das ?

Zuallererst ist das Fasten im Monat Ramadan, theoretisch gesehen, ein religiöses Fasten, welches obligatorisch ist. Man bezeichnet es als „ trocken, periodisch und lang“, das den ganzen Tag über 29 Tage (oder 30) praktiziert wird. Es besteht daraus von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Getränke, Essen und Tabak zu verzichten. Der Fastende gleicht also nach Sonnenuntergang den Flüssigkeitverlust wieder aus und sollte normalerweise ein leichtes Abendessen zu sich nehmen und ein kleines nahrhaftes Frühstück (vor Sonnenaufgang).

Das Fasten beginnt mit dem Neumond im neunten Monat des islamischen Kalenders namens Ramadan. Dieser Mondkalender hat ungefähr 355 Tage in einem Jahr. Aus diesem Grunde verschiebt sich der Fastenmonat Ramadan von Jahr zu Jahr um 10 Tage, im Gegensatz zum gregorianischen Kalender. Also während 33 Jahren durchstreifen wir als Fastender 4 Jahreszeiten, mit einem, z.B. in der Schweiz, sehr kurzen Monat im Dezember (8/9 Std. Fasten) und einem verlängerten Monat im Juni (16/17Std. Fasten).

Aus der sozialen Sichtweise sind die Mahlzeiten am Morgen – Suhur –  sowie am Abend- Iftar –  Momente , die die meisten Muslime mit der Familie oder Freunden mit traditionellen Gerichten teilen.

Philosophisch gesprochen: die Tatsache während des Tages nicht zu essen oder zu trinken, bringt den Fastenden dazu auf seine Grundbedürfnisse als menschliches Wesen zu verzichten. So ist dieser aufgefordert sich von seinen Instinkten und Wünschen zu lösen und dem Geist die Möglichkeit zu geben sich auf die Reflexion zu fokussieren. Bei all dem Alltagsstress oder dem Leid, der Armut und dem Hunger auf der Welt, sorgt diese Praxis für einen klaren Geist.

Zu einer Zeit, wo Entschlackungskuren einen gewissen Erfolg verzeichnen, erlaubt das Fasten (unter anderem) seine schlechten Essgewohnheiten zu überdenken,  das Bekämpfen seiner Süchte und den Zähler jedes Jahr auf null zu stellen (wie eine Art Frühjahrsputz), und ermöglich dem Körper sich zu regenerieren.

Dieses weltweite Ereignis lädt den Menschen also ein, sein Tempo zu verringern, Körper, Geist und Seele zur Ruhe kommen zu lassen und eine Art von globalen “Reset” zu vollziehen.

 

 

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